Ist es Fantasy? Ist es Norddeutsch? Ich würde sagen von allem etwas, von letzterem besonders viel. Einige Tage sind nun schon vergangen, als ich Magnus Knut Hansen – Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin. beendet habe und mir ist immer noch nicht so klar was ich hier eigentlich gelesen habe. Ich würde so weit gehen und behaupten, dass es so was bisher noch nicht gegeben hat.
Wenn du die Geschichte hinter diesem Buch auf Instagram mitverfolgt hast – dann ist es umso witziger, wie dieses Buch entstanden ist. Das ganze fing letztendlich mit lustigen kleinen Videos an und hat sich auf einer gewissen Art verselbstständigt. Letztendlich fand das Ganze so viel Zuspruch, dass es gar nicht mehr anders ging, als diese Geschichte zu veröffentlichen.
Magnus Knut Hansen – Ein Mann. Ein Mythos. Ein Moin. wurde von Mikkel Robrahn geschrieben und wurde von ihm im Selfpublishing am 04.08.2026 veröffentlicht – sowohl als physisches Buch, eBook und Hörbuch erhältlich. An dieser Stelle würde ich dir gerne einmal das Hörbuch ans Herz legen, denn dieses wurde vom Autor selber eingesprochen. Wenn du seine Videos verfolgt hast, dann weißt du ganz genau was dich hier erwartet. Oder auch nicht, denn ich glaube so wirklich drauf vorbereitet sein, kann man nicht. Das Buch erwischt einen eiskalt.
Irgendwie kam vieles sehr unerwartet in dieser Geschichte.
Darum geht’s in Magnus Knut Hansen
Magnus ist der Deichgraf von Dagebüll und lebt ein sehr entspanntes Leben. Aufregung ist hier auch eher fehl am Platz, könnte letztendlich nur Stress bedeuten und Stress mag Magnus gar nicht. Er liebt es alleine in seinem Zuhause zu wohnen, wobei so allein ist er gar nicht. Er besitzt nämlich ein Schaf namens Dörte, welches er über alles liebt. Einmal so geliebt werden, wie Magnus sein Schaf liebt. Achja …
Eines Tages jedoch stehen zwei komische Gestalten vor seiner Tür. Dabei dachte er sich nicht viel, wobei es schon sehr komisch war das die beiden so sehr an sein Schaf interessiert waren. Jedoch geschah dann etwas, was sein Leben komplett verändern würde – sein Schaf wurde entführt. Jedoch nicht in irgendein Dorf nebenan, sondern in eine Fantasy Welt. Unser tapferer Protagonist aus dem hohen Norden zögerte nicht lange, denn er will sein Schaf retten, egal was es kosten würde.
Er machte sich also auf und fand sich kurze Zeit darauf in einer anderen Welt wieder. In einer Welt in der auf einmal Tiere sprechen können.
Wobei es anscheinend auch in dieser Welt untypisch ist das Aale sprechen. Können wir an dieser Stelle einmal darüber sprechen, wie cool dieser Aal bitte ist?
Ein Abenteuer voller skurriler Dinge
Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Vor allem fällt es mir bei diesem Buch extrem schwer nicht zu viel zu verraten, denn am liebsten würde ich euch alles erzählen. Dieses Buch hat nämlich dezente spuren von Verwirrtheit hinterlassen – und ich glaub mein Humor ist seitdem etwas Traumatisiert.
Hör mir zu. Das klingt jetzt alles nicht so positiv, aber ich meine jedes einzelne Wort positiv. Ich habe selten bei einem Buch so sehr gelacht wie bei Magnus Knut Hansen. In der Regel lese ich im Büro während meiner Pause. Hier musste ich jedoch dagegen ankämpfen, weil mich meine Kolleg:innen sonst merkwürdig angeguckt hätten.
Magnus Knut Hansen ist nicht einfach nur irgendein Fantasy Roman. Es ist norddeutsche Fantasy mit sehr viel Humor, tollen aber auch teils merkwürdigen Charakteren – die aber alle so unfassbar gut in die Geschichte passen, dass man gar nicht weiß welchen Charakter man am besten finden soll. Ich möchte dir hier natürlich nicht zu viel verraten. Über eine meiner Lieblingsfiguren kann ich gar nicht viel schreiben, da diese relativ spät erst auftaucht und ich die witzigste Figur einfach auch nicht spoilern möchte.
Magnus ist im Grunde der norddeutsche John Wick, der eine ganze Fantasy Welt aufmischt und ungewollt in neue Abenteuer stürzt. Das alles für sein geliebtes Schaf, welches aber gar nicht so einfach zu finden ist. Dabei lernt er ungewollt neue Leute kennen, die ihn in immer mehr Abenteuer reinziehen. Wenn wir ehrlich sind, sollte man hier auch keine tiefgründige Story erwarten. Diese ist relativ überschaubar und konzentriert sich vollkommen darauf Dörte zu retten. Dabei muss Magnus jedoch einige Hindernisse bewältigen, die sich gar nicht als so einfach herausstellen.
Um nur mal ein Beispiel zu nennen: Irgendwie muss er Gehör beim König finden. Daraufhin findet er sich bei einem kleinen Turnier wieder, bei dem er gegen einen Ritter antreten soll. Er benutzt für diesen Kampf eine eher ungewöhnliche Waffe die auch noch sprechen kann. Hier kommen viele Zweideutigkeiten ins Spiel, die mich daran zweifeln ließen ob ich wirklich schon 34 bin.
Die Story ist relativ einfach gehalten und nicht sonderlich tiefgründig, was allerdings von mir keine Kritik sein soll, denn genau dies passt einfach perfekt zum Gesamtkonzept des Buches. Vielmehr stehen hier eben die lustigen Szenen, die Charaktere und eben die skurrilen Dinge die unserem Protagonisten passieren. Magnus Knut Hansen soll auch keine deepe Fantasy Geschichte sein. Hier können Leser:innen perfekt vom stressigen Alltag abschalten und einfach mal in eine Geschichte eintauchen, die einen zum lachen bringt. Die Welt, die Charaktere und allgemein das gesamte Paket fühlen sich einfach rund an und es fehlt einfach an nichts.
Charaktere die man in anderen Geschichten vergebens sucht
Magnus Knut Hansen – EIn Mann. Ein Mythos. Ein Moin. glänzt vor allem bei der wilden Mischung an Charakteren. Der Anfang macht zum Beispiel der Aal, den wir direkt beim betreten der Fantasy Welt kennenlernen. Des weiteren wird endlich in dem Buch geklärt was mit unseren Möwen nicht stimmt.
Hast du dich also schon Mal gefragt, wieso Möwen einem Essen aus der Hand klauen, auf Autos kacken und einfach einen scheiß darauf geben sympathisch zu wirken? Dieses Buch erklärt es uns endlich. Möwen kommen gar nicht aus unserer Welt. Sie leben ganz woanders. In einer Welt voller fantastischer Sachen, wo Flacherdler endlich einmal in ihrem Leben recht hätten – denn die Fantasy Welt aus dem Buch ist Flach.
Möwen kommen uns – auf der runden Erde, letztendlich nur besuchen, um unser Essen zu klauen und damit in ihre Welt zu verschwinden um dieses wiederum zu verkaufen. Die Möwen haben ein eigenes Restaurant, wo genau dies weiterverkauft wird.
Aber mal Spaß beiseite. Bei den Möwen habe ich mir teilweise vor Lachen in die Hose gemacht. Die Möwen in dem Buch sind an sich schon sehr unterhaltsam, aber die Namen sind einfach hohe Kunst der Comedy. Möwen erhalten nämlich ihren Namen dadurch, was sie als erstes aus unserer Welt in ihre Welt gebracht haben. Bisschen dumm gelaufen für die Möwe, die auf die Idee kam eine Bild Zeitung zu klauen. Und weißt du was? Ich liebe alles daran und es hat mich oft sehr zum lachen gebracht. Allerdings gilt auch hier, dass ich nicht zu viel verraten möchte, denn die Namen muss man beim Lesen des Buches zum ersten mal gehört haben.
Neben den Möwen gibt es natürlich auch Menschen und diverse andere Tiere. Dabei begegnen wir als Leser:innen sehr vielen unterschiedlichen Charakteren. Die einen sind etwas ernster als andere, manche haben in gewisser Weise einen kleinen Schaden, andere wiederum sind etwas zu aufdringlich und sollten vielleicht mal ihre Bücherauswahl überdenken. Letztendlich ergibt das alles ein schönes und vor allem rundes Gesamtpaket, was das Buch für mich ganz klar zum Highlight 2026 macht.
Mein Fazit
Es ist wirklich schwer nicht zu viel zu verraten. Um dir genau sagen zu können, wieso ich Magnus Knut Hansen so genial finde, müsste ich noch viel weiter in die Geschichte reingehen, aber das würde dir am Ende den Spaß nehmen das Buch selber zu lesen. Ich bin nämlich der Meinung das Magnus Knut Hansen ein Buch ist, über das man vorher nicht zu viel erfahren sollte. Einfach das Buch nehmen, anfangen zu lesen und genießen. Es ist wirklich unfassbar gut.
Auch wenn die Story eher nebensächlich voranschreitet, macht das Buch so viel richtig und irgendwie erwartet man jetzt auch nicht das man hier eine tiefgründige und ernste Fantasy Welt bekommt. Magnus Knut Hansen hat die Stärken ganz wo anders. Die Charaktere fügen sich unfassbar gut in die Geschichte ein, es passieren so viele unerwartete Sachen und ein Abenteuer nach dem anderen in das Magnus reingezogen wird. Es ist eher dieses leicht skurrile gepaart mit der trockenen Art von Magnus, was einfach witzig und sympathisch zugleich ist. Vor allem zur Mitte hin folgt eine witzige Stelle nach der anderen und dennoch ist es zu keinem Zeitpunkt zu viel. Die Dosis macht es letztendlich und diese ist einfach perfekt gewählt.
Für mich eins der Bücher die ich kaum bis gar nicht kritisieren kann. Dafür kann ich Magnus Knut Hansen allen Leser:innen empfehlen, die einfach mal abschalten, was neues lesen und einfach nur lachen wollen. Ich freue mich sehr darauf, was hier noch kommen mag, denn so viel sei gesagt: Das Ende ist relativ offen und da wird sicherlich noch was auf uns zu kommen. Ich freue mich sehr drauf.
zunehmender Mond · entstanden am 24. September 2026
Kommentare (0)