Ich lese noch gar nicht so lange Fantasy Bücher. Vor wenigen Jahren habe ich ausschließlich Romance gelesen und dort vor allem im New Adult Bereich. Das ganze hat sich in den letzten Jahren allerdings ein wenig verändert, so das ich nach und nach immer mehr auf den „Geschmack“ gekommen bin.

Es gab eine Zeit, da wurde ich mit dem Genre einfach nicht warm und das obwohl ich Fantasy liebe. Allerdings war die Beziehung zwischen mir und Fantasy-Büchern etwas schwierig. Bei Anime, Manga oder Games gar kein Problem – bei Bücher jedoch konnte mich eine lange Zeit nie etwas richtig packen. Daher weiß ich auch wie schwer es ist, sich einen Überblick über all die Werke zu schaffen, vor allem wenn es darum geht in das Genre einsteigen zu wollen. Ich möchte dir mit diesem Beitrag fünf Bücher an die Hand geben, die meiner Meinung nach perfekt für den Einstieg sind!

Weit über der smaragdgrünen See

Grünes Cover, verziert mit schwarzen Ästen und Blättern, in der Mitte ist eine junge Frau in einem gelben Kleid zu sehen, die auf einem Felsen steht, welcher sich mitten im Meer befindet. Oben steht „Weit über der smaragdgrünen See" und unten steht „Brandon Sanderson, Illustriert von Howard Lyon".
©PIPER

Weit über der smaragdgrünen See“ ist ein Buch, welches ich sowieso immer gerne weiterempfehle, weil es für mich einen ganz besonderen Platz im Herzen hat. Es war für mich zum einen das erste Buch, welches ich von Brandon Sanderson gelesen habe und zum anderen war es das Buch, welches mein Interesse für Fantasy nochmals entfacht hat.

Das Buch gehört zu den Secret Projects, welche damals durch eine Kickstarter Kampagne finanziert wurden. Insgesamt gibt es fünf Bücher, auf deutsch derzeit allerdings nur vier. Die Bücher stehen alle für sich selber, sind also keine Fortlaufenden Geschichten. Allerdings sind vier von den fünf Büchern in seinem eigenen Universum, dem Cosmere, angesiedelt.

Für mich war „weit über der smaragdgrünen See“ anders, als alle anderen Fantasy Bücher die ich je gelesen habe. Wir bekommen hier eine Protagonistin die ein ganz normales Leben auf einer kleinen Insel lebt, die sich jedoch ab einem gewissen Punkt dazu entscheidet einen sehr wichtigen Menschen zu retten und sich somit auf den Weg in ihr Abenteuer begibt. So findet sie sich auf einmal auf einem Piratenschiff wieder, welches durch einzigartiges Gewässer segelt. Ihr Ziel ist jedoch ganz klar, sie will zur Hexe um ihren Freund zu befreien. Für mich ist das Buch vor allem deshalb so besonders, weil es sich zum Teil wie ein Märchen liest und der Erzähler nicht einfach nur stur alles runter erzählt, sondern dabei auch witzig ist. Das Interessante ist hier, dass die Person, die die Geschichte im Buch erzählt, ebenfalls in der Geschichte vorkommt – eine Person die häufiger im Cosmere eine Rolle spielt.
Ich fand halt auch die Idee mit dem Wasser total interessant, denn das Meer besteht nicht einfach aus Wasser, sondern aus Sporen, welche sofort explodieren wenn diese mit Wasser in Berührung kommen. Allein diese eine Sache macht es so spannend und interessant zu gleich.

Yumi and the Nightmare Painter

Blau und Lila gehaltenes Cover. Oben rechts steht „Brandon Sanderson, Illustriert von Aliya Chen". Unten links steht „Yumi and the Nightmare Painter, ein Kosmeer-Roman". Mittig sind zwei Personen, oben eine Frau und unten ein Mann, die versuchen sich die Hand zu reichen.
©Droemer Knaur

Wenn wir schon im Cosmere unterwegs sind, können wir auch gleich mit einem weiteren Secret Project von Brandon Sanderon weitermachen. Auch „Yumi and the Nightmare Painter“ ist ein Einzelband, welches ohne Vorkentnisse ohne Probleme gelesen werden kann.

Allerdings geht „Yumi and the Nightmare Painter“ in eine ganz andere Richtung, als „weit über der smaragdgrünen See“. Die Geschichte ist eher weniger mit einem Märchen zu vergleichen. Wir befinden uns hier in einem asiatisch angehauchten Setting und zudem gibt es in diesem Buch ein wenig mehr Romance-Anteil. Diesen gab es in gewisser Weise auch schon beim vorherigen Buch, aber hier merkt man eigentlich schon zu Beginn das es in eine gewisse Richtung geht. Dennoch ist dieser Teil sehr klein und keineswegs im Vordergrund.

Wir bekommen hier direkt zwei Protagonist:innen, zwischen denen hin und her gewechselt wird. Yumi und Maler leben in zwei unterschiedlichen Welten. Yumi geht einer besonderen Verpflichtung nach, für die sie letztendlich erzogen und auch ausgebildet wurde. Sie beschwört Geister, die für die Bewohner:innen lebenswichtig sind. Jegliche Ablenkung und Spaß aller Art wird daher von ihr ferngehalten, da diese Aufgabe vollkommene Konzentration verlangt.
Maler jedoch ist da ein wenig anders drauf. Er selbst schützt Bewohner:innen der Stadt vor Albträumen, in dem er diese malt. Allerdings ist er ein sehr zurückgezogener Typ, der nicht viele Freunde hat.

Wir erleben in „Yumi and the Nightmare Painter“ eine Geschichte von zwei grundverschiedenen Charakteren, die eines Tages aufeinander treffen, aber nicht einfach so, sondern sie tauschen die Körper miteinander, sobald einer der beiden einschläft – können aber miteinander kommunizieren und die jeweils andere Person bekommt auch alles mit, was gerade in ihrer Welt geschieht.

Ich persönlich fand diese beiden unterschiedlichen Welten die aufeinander treffen sehr interessant. Dies brachte eine wirklich schöne Dynamik mit sich, vor allem aber mochte ich wie sich beide immer besser kennengelernt haben und der Zusammenhalt beider von Kapitel zu Kapitel stärker wurde, auch wenn es zu Beginn alles andere als einfach war.

The Faraway Inn

Sarah Beth Durst, The Faraway Inn, steht oben auf dem Cover. Das Cover ist allgemein sehr bund gehalten, viel Natur, Bäume, ein Himmel und unten mittig ist ein Haus zu sehen, welches von Pflanzen überwuchert ist. „Wo Magie zu Hause ist" steht unten rechts.
©Loewe Verlag

Ich bin großer Fan von Cozy Fantasy Büchern und „The Faraway Inn“ ist der Inbegriff von Cozy Fantasy. Zum einen liebe ich die Bücher von Sarah Beth Durst, weshalb ich ihre Bücher immer gerne empfehle, aber ich finde auch das cozy Fantasy eines dieser Sub-Genres ist, das sich perfekt für den Einstieg in Fantasy eignet.

Manchmal gibt es so Tage, wo ich einfach keine Lust auf aufregende Abenteuer habe. An diesen Tagen möchte ich einfach nur in eine andere Welt eintauchen und etwas weniger aufwühlendes lesen. Wenn es dir ebenfalls so geht, kann ich „The Faraway Inn“ sehr empfehlen.

Das Buch ist eine Mischung aus Romantasy und Cozy-Fantasy. Die Protagonistin „Calisa“ beschließt die Ferien bei ihrer Großtante im Gasthaus zu verbringen – dem Faraway Inn. Eigentlich ein sehr idyllischer und gemütlicher Ort, ein Ort der jetzt nicht sonderlich heraussticht, aber in dem wesentlich mehr steckt, als man zu Beginn vermutet.

Ihre Ankunft verläuft allerdings nicht so, wie sie sich das erhofft hatte, denn ihre Großtante will sie eigentlich gar nicht dort haben und macht es ihr deutlich klar zu verschwinden. Allerdings lässt sie sich nicht so einfach abwimmeln, vor allem weil sie sieht, dass ihre Großtante Hilfe braucht, denn das Gasthaus hat seine besten Tage bereits hinter sich.
Calisa beschließt sich das Gasthaus im neuen Glanz erstrahlen zu lassen und nähert sich so auch Jack – dem Sohn des Verwalters, an. Jedoch läuft im Faraway Inn einiges anders. Nach und nach lüftet sie das magische Geheimnis von diesem mysteriösen Ort und ihre Gabe könnte ihr dabei sehr von Nutzen sein.

Das Buch hat eine ganz besondere Atmosphäre die Lust auf mehr gemacht hat. Vor allem mochte ich aber das gemütliche Tempo, wie die Geschichte langsam ihren Lauf nimmt, ohne dabei durch die Geschichte zu hetzen. Die Magie ist die ganze Zeit vorhanden, aber nie zu sehr präsent und das ist auch etwas, was sehr gut zum gesamten Buch gepasst hat.

„The Faraway Inn“ ist ein super Einstieg ins Fantasy-Genre, mit einer ruhigen und wundervollen Geschichte.

Der Hobbit

Blauer Streifen links und ansonsten ist das Cover rosa, blau, weiß gehalten. Oben steht „J.R.R Tolkien" und unten rechts ”Der Hobbits, Illustriert von Tove Jansson". Berge und darüber ein Drache, vor den Bergen ist eine illustrierte Figur mit einer Waffe und einem Schild zu sehen.
©Klett-Cotta

Der Hobbit“ habe ich tatsächlich erst Anfang diesen Jahres gelesen und ich bereue es, dass ich nicht schon viel früher dem Buch eine Chance gegeben habe. Es ist so, dass ich zu Beginn ein wenig abrgeschreckt war, weil ich mit den Herr der Ringe Büchern einfach nicht warm geworden bin, bisher zumindest. Will dies auf jeden Fall noch ändern, aber die ersten hundert Seiten sind halt wirklich einfach wie Kaugummi. Daher war meine Vermutung das „Der Hobbit“ genau so zäh wird.

Hier habe ich mich allerdings sehr getäuscht. „Der Hobbit“ ist ein grandioses Buch, welches eine wirklich tolle Geschichte mit viel Witz, aber auch Ernsthaftigkeit erzählt. Die meisten werden die Geschichte vermutlich schon kennen. Wenn nicht über das Buch, dann eben über den Film, wobei man hier natürlich sagen muss das nicht alles – was im Film vorkam, auch im Buch vorhanden ist. Es gibt ein paar Sachen die im Film als sehr essenziell dargestellt werden, die aber im Buch einfach gar nicht vorkommen und somit auch eigentlich nicht zur Handlung gehören. Ein kurzes Beispiel wäre zum Beispiel der Ork Azog, welcher als Gegenspieler der Zwerge dargestellt wurde. Im Buch ist dieser jedoch schon seit vielen Jahren tot.

Ich bin ehrlich mit dir, ich mochte auch die Filme, aber bin mir nicht sicher ob mir die Filme genau so gut gefallen hätten, wenn ich das Buch vorher gelesen hätte. Die Filme haben einen eher düstere Atmosphäre, während das Buch mehr wie ein Märchen und oft sehr humorvoll geschrieben ist.

Wir begleiten in dem Buch einen Hobbit namens Bilbo, welcher eigentlich nur sein Leben leben möchte. Eines Tages änderte sich dieses aber schlagartig, als es an seiner Tür klopfte und ein großer alter Mann vor seiner Tür stand. Eines Tages war sein Haus auf einmal voll mit Zwergen und jenem Mann, die sich zu einer Besprechung bezüglich eines Abenteuers getroffen haben. Wie es der Zufall so wollte, waren sie auch auf der Suche nach einer weiteren Person. Nach anfänglicher Skepsis entscheidet sich unser Hobbit doch noch dafür, mit auf das Abenteuer zu gehen – wenn auch sehr spontan.

Was mir besonders gut gefallen hat, als Fan der Filme, dass man eben auch einige weitere Details zur Welt und auch zu den Charakteren erfährt. Habs einfach geliebt das Abenteuer in Textform mitzuerleben. Meiner Meinung nach eignet sich das Buch perfekt um zum einen in das Fantasy-Genre einzusteigen, aber auch um sich an die Welt von Herr der Ringe heranzutasten.

Spellshop

Oben steht „Sarah Beth Durst". Unten steht „Spellshop, Vom Zauber der kleinen Dinge". Ein Cover, welches ein Haus in mitten eines Waldes steht. Viele Bäume, Pflanzen, Gras aber auch eine Steintreppe die zum Haus führt.
©S. Fischer Verlage

Das fünfte und letzte Buch in diesem Beitrag ist „Spellshop“ und wurde, wie „The Faraway Inn“ von Sarah Beth Durst geschrieben. Hierbei handelt es sich ebenfalls um ein Cozy-Fantasy Buch, welches aber in eine ganz andere Richtung geht, als das erst genannte Buch von ihr.

Während „The Faraway Inn“ noch mehr oder weniger in der realen Welt spielte, befinden wir uns in „Spellshop“ in einer ganz anderen Welt. Auch hier bekommen wir eine wirklich tolle und sympathische Protagonistin namens Kiela, die es nicht so ganz mit Menschen hat. Dies macht aber nichts, denn sie ist Bibliothekarin und daher die meiste Zeit auf sich alleine gestellt.
Als jedoch in der Hauptstadt eine Revolution ausbricht, soll sich ihr Leben schlagartig verändern. Sie schafft es gerade noch rechtzeitig – mit einigen Büchern die sie vor dem Feuer retten konnte, mit einem kleinen Bot auf eine abgelegene Insel zu entkommen. Eine Insel, die ihr aber gar nicht so unbekannt ist, denn sie wuchs mit ihren Eltern auf dieser auf. Auf dieser Insel will sie nochmal ganz von vorn anfangen und bezieht ein gemütliches Cottage, um dort ihr neues Leben zu beginnen. Während sie sich auf dieser Insel einlebt, lernt sie die anderen Bewohner:innen kennen, vor allem auch den jungen Seepferdchenzüchter.
So schön es letztendlich auf diese Insel ist, herraschen auch auf dieser Insel Probleme, die nicht einfach mal eben gelöst werden können. Jedoch konnte Kiela bei der Flucht einige Zaubersprüche retten, mit denen sie die Probleme lösen könnte. Problem an der Sache ist nur, als normale:r Bewohner:in ist es strengstens untersagt zu zaubern.

Die Mischung aus Romantasy, einer Priese Abenteuer und Cozy-Fantasy ist genau das, was mich komplett an dem Buch gefesselt hat. Die Charaktere sind super sympathisch, der Schreibstil ist super und es macht einfach nur Spaß sich voll und ganz dieser Welt und der Geschichte hinzugeben.
Es gibt hier übrigens noch zwei weitere Bände bzw. mit „The Enchanted Greenhouse“ ist bereits der zweite Band erhältlich und „Sea of Charms“, also der dritte Band, erscheint bereits im Oktober. Grundsätzlich sind die Geschichten abgeschlossen und man hat für jedes Buch eigene Protagonist:innen. Letztendlich spielen die Bücher aber in der gleichen Welt und hängen auf einer gewissen Art und Weise zusammen.

Schlusswort!

Das waren auch schon meine fünf Empfehlungen für alle, die bisher gar kein oder kaum Fantasy gelesen haben. In allen genannten Büchern kommt man super rein, ohne viel Vorwissen haben zu müssen und sind auch alle von der Seitenanzahl sehr angenehm. Fantasy Bücher neigen ja gerne mal dazu an die 1000 Seiten oder sogar noch mehr zu haben, dies ist hier nicht der Fall.

Ich selber hatte mit allen fünf Büchern sehr viel Spaß gehabt und würde sogar jedes der genannten Bücher erneut lesen und das soll was heißen. In der Regel lese ich keine Bücher zwei oder dreimal, aber hier ist es was anderes. Es sind für mich einfach Herzens-Bücher, die für mich persönlich alle eine 10/10 sind und die ich nur zu gern weiterempfehle.

Mich würde es natürlich interessieren, wenn du eins dieser Bücher lesen solltest, wie du es fandest und solltest du selber gerne Fantasy lesen, dann schreib doch gerne mal deine Empfehlungen in die Kommentare!

Neumond · entstanden am 13. August 2026