Fast ein ganzes Jahr hat es gedauert bis endlich alle anderen, die nicht gerne ins Kino gehen oder eventuell auch nicht die Möglichkeit hatten den Film im Kino zu schauen, in den Genuss kommen den ersten von drei Demon Slayer Filmen sich genüsslich reinzuziehen.

Seitdem 28.07.2026 kann der Film auf Crunchyroll gestreamt werden und ich weiß das sich hier die Geister scheiden, denn schon bei der Ankündigung dass das Finale von Demon Slayer nicht per Serien-Staffel veröffentlicht, sondern der Anime mit drei Filmen sein Ende finden wird, kam nicht bei allen gut an. Dafür habe ich selber großes Verständnis, denn ich bin jetzt auch kein großer Fan von diesem Konzept. Zum einen hat es sich unglaublich lange gezogen. Der Zeitraum in dem der Film lief war ja schon relativ lange, was so eigentlich auch nicht die Regel ist. Bedeutete letztendlich für Konsument:innen – die eben keine Lust drauf hatten ins Kino zu gehen, eine relativ lange Zeit auf den Film warten mussten. Aber ich glaube diese Thematik wäre eher was für einen eigenen Beitrag.

Ich habe mir den Film natürlich angeguckt. Liebe den Anime sehr und habe mich daher auch auf den Film gefreut, auch wenn ich die Idee dahinter, dass Finale in drei Filmen zu zeigen, nicht sonderlich geil finde. Klar gibt es hier auch Vorteile, die aber zugleich auch Nachteile sein können. Zum einen haben Fans länger was von dem Anime. Vorfreude ist bekanntlich die beste Freude. Allerdings sehe ich das eher mit gemischten Gefühle. Aber gehen wir doch direkt mal auf den Film ein, denn so viel sei vorweg gesagt: Ufotable hat mal wieder ordentlich einen rausgehauen. Anime-Filme sind in der Regel visuell noch mal ein anderes Level, als Anime-Serien. Wobei man natürlich sagen muss das die Serie schon ein extrem hohes Level an Qualität hat, von der andere Anime nur träumen können.

Demon Slayer: Auf geht’s ins Infinity Castle

Der Film setzt natürlich da an, wo die letzte Staffel ihr Ende gefunden hat. Muzan dringt ins Hauptquartier der Dämonenjäger ein, um sich seinem größten Widersacher zu stellen. Vom Hass getrieben ist es ein leichtes jemand in eine Falle zu locken, denn genau dies geschieht mit Muzan. Das Ubuyashiki Anwesen explodiert und geht in Flammen auf. Muzan ist mitten drin und erleidet ordentlich schaden. Allerdings erledigt man den Herrscher aller Dämonen nicht einfach mit ein bisschen Feuer, denn seine Regeneration ist auf einem ganz anderen Level, als bei den anderen Dämonen. Ebenso gelten die Schwächen der anderen Dämonen, dass zum Beispiel der Kopf vom Hals getrennt werden muss, bei ihm nicht.
So haben sich die Dämonenjäger mit Tamayo zusammengeschlossen, eine Dämonin die sich von Muzans Bann befreit hatte und ebenso einen Groll gegen ihn hegt. Eine Medizin die einen Dämon zu einem normalen Menschen verwandeln soll, soll die Hoffnung der Jäger sein, jedoch klappt das Ganze nicht so wie es soll.

Muzan selbst kam nicht ohne Vorbereitung in das Anwesen. Als er festgesetzt, ihm die Medizin verabreicht und die anderen Dämonenjäger auf ihn zustürmten um ihn endlich zu töten, öffnen sich Türen zu seinem Infinity Castle, in die alle Jäger hineinfallen.

Demon Slayer: Infinity Castle – so beginnt der Film

Die Jäger sind noch am fallen, aber das soll uns erstmal nicht kümmern. Zu Beginn bekommen wir eine kleine Rückblende. Wir sehen die Felssäule, Gyomei Himejima, wie er auf einem Friedhof steht, auf dem alle Jäger begraben sind, die von den Dämonen getötet wurden. Er denkt über die letzten Worte seines Meisters nach, denn er hat sich als Köder geopfert um Muzan ein für alle mal zu erledigen.

Szene aus dem Anime Film: Ein Mann steht auf einem Weg, welcher zwischen vielen Grabsteinen entlang führt.

Und schon sind wir wieder im Schloss. Die Jäger fallen immer noch und suchen eine Möglichkeit den Sturz zu überleben. Die Dämonen sammeln sich und warten nur darauf im richtigen Moment zuschlagen zu können. Es sind nicht wenige, eine ganze Armee erwartet die Dämonenjäger. So beginnt letztendlich die letzte Schlacht. Eine Schlacht die darüber entscheidet ob endlich auf der Welt frieden herrschen wird.
Einige der Säulen werden sofort in Kämpfe verwickelt. Jedoch sieht man sofort das die Dämonen keine große Herausforderungen sind. Es ist aber logisch das nicht weit vom Geschehen auch die zunehmenden Monde darauf warten ihre Gäste willkommen zu heißen. Tatsächlich dauert es auch nicht lange, bis die erste Säule auf einen dieser Dämonen trifft.

Ich möchte allerdings auch nicht zu sehr spoilern. Aber durch Trailer sind ja einige Kämpfe schon bekannt. Die Säulen, aber auch Tanjiro und Zenitsu treffen natürlich auf die Dämonen, die auf irgendeiner Art und Weise mit denen in Verbindung stehen. Was einem hier schnell bewusst wird, der Film spielt sehr viel mit Emotionen.

Die emotionalen Begegnungen

Die Insektensäule – Shinobu Kocho, trifft auf Doma der nicht nur die Nummer zwei der zunehmenden Monde ist, sondern auch der Dämon, der für den Tod ihrer Schwester verantwortlich ist. Das dieser Kampf sehr von Emotionen geprägt sein wird, ist hier eigentlich schon vorprogrammiert.

Zenitsu trifft auf Kaigaku, welcher damals unter dem selben Lehrmeister wie er, trainiert hat. Beide konnten sich nie wirklich leiden, dennoch hat sich Zenitsu eigentlich immer gewünscht das beide irgendwann das Erbe ihres Meisters antreten werden. Daraus ist letztendlich nichts geworden, denn Kaigaku entschied sich dazu ein Dämon zu werden und reite sich direkt als sechster zunehmender Mond ein.

Tanjiro und die Wassersäule – Giyu Tomioka, treffen auf Akaza, dem dritten zunehmenden Mond, welcher damals schon auf Tanjiro getroffen und für den Tod von Kyojuro Rengoku verantwortlich ist. Ein Ereignis, welches Tanjiro bis heute nicht losgelassen, aber auch gezeigt hat, in was für einer Liga die hochrangigen Dämonen spielen.

Akazas erster Auftritt im Film. Ein junger Mann der sieben Streifen im Gesicht und etwas in den Augen eingraviert hat.

Während den Begegnungen entfacht natürlich auch ein Kampf. Alle entschlossen die Dämonen zu vernichten. Jedoch bekommen wir hier nicht nur die Kämpfe zu sehen, sondern auch Rückblicke zu den einzelnen Charakteren, vor allem zu den Dämonen. So erfahren wir einiges aus deren Kindheit, deren Leben im allgemeinen. Bei einigen Charakteren ist das ganz klar nachvollziehbar, wieso sich diese in die eine Richtung entwickelt haben. Bei Kaigaku ist es zum Beispiel einfach ein verletztes Ego, welches immer mehr Hass auf Zenitsu und seinen Meister in ihm hervorgerufen hat. Er ist grundsätzlich einer dieser Charaktere die von vorne bis hinten einfach Unsympathisch sind.

Aber auch hier will ich gar nicht weiter auf die Vergangenheit eingehen. Versuche natürlich so gut es geht Spoiler zu vermeiden.

Die Charakter-Entwicklung

Die Charakter-Entwicklung in Demon Slayer hat sich immer ein wenig komisch angefühlt. Liegt aber auch daran das sich hier eben nicht die Zeit genommen wurde, dafür ist der Manga bzw. Anime auch einfach zu kurz. Der Manga wäre sicherlich länger geworden, wenn man sich intensiver mit der Entwicklung einzelner Charaktere beschäftigt hätte.

Tanjiro und Inosuke zum Beispiel haben, meiner Meinung nach, eine nicht ganz so extreme Entwicklung durchgemacht, wie es zum Beispiel bei Zenitsu der Fall ist. Klar, beide haben sich schon in eine gewisse Richtung entwickelt, jedoch hat sich der Grund-Charakter nicht wirklich verändert. Tanjiro war schon immer lieb, nett und zuvorkommend. Eben ein Charakter der sich nicht immer so viele Gedanken über gewisse Sachen macht, teilweise zu gutmütig ist und eher mit dem Herzen entscheidet. Inosuke war von Beginn an ein eher wilder Typ, der eher an ein Raubtier erinnerte, als an einen Menschen. Er hat weiterhin Spaß am Kämpfen. Allerdings macht er sich mittlerweile mehr Sorgen um seine Mitmenschen. Jedoch wird von ihm im Film nicht sonderlich viel gezeigt.

Zenitsu hingegen hat ein komplettes rundum Paket bekommen. Während er die letzten Staffeln eher der ängstliche war, keine Lust darauf hatte schwierige Situationen zu bewältigen und gefühlt allen Frauen hinterher schwärmte, ist es im Film so, als hätte man ihn komplett ausgetauscht. Schon zum Ende der letzten Staffel wirkte er ganz anders, als wir ihn kennen. Dies lag vor allem an den Brief, den er bekommen hatte.
Im Film muss er nicht mehr im schlafenden Zustand sein um gut kämpfen zu können. Er zeigt endlich seine wahre Stärke und das eben viel mehr in ihm steckt, als wir vielleicht vermutet haben. Er wirkt eben nicht mehr wie ein Angsthase, sondern vielmehr wie eine Säule.

Möchte hier einmal erwähnt haben das natürlich nicht jeder Charakter eine Entwicklung durchlaufen muss. Im Falle der Säulen ist es letztendlich so, dass diese Charaktere von Anfang an bereits einen Punkt erreicht hatten, wo diese sich schon verändert haben. Hier gibt es natürlich paar Ausnahmen wie Muichiro Tokito, welcher zu Beginn eher als ruhiger Charakter und als jemand dargestellt wurde, dem einfach alles egal zu sein scheint. Er war vom Charakter her schon sehr widerlich, aber hat sich im Laufe der vierte Staffel positiv verändert. Wenn man darüber mal nachdenkt, scheint Tanjiro eine angenehme Wirkung auf andere zu haben, mit denen er sich umgibt. Das ist aber ein anderes Thema. Letztendlich haben wir nicht alle Charaktere in dem Film gesehen zumindest nicht in Action. Dies wird sich vermutlich in den kommenden zwei Filmen noch ändern.

Visuell hat Ufotable mit Demon Slayer: Infinity Castle abgeräumt

Schon der Anime war für die Augen ein Fest gewesen. Als Anime-Fan hatte man sehr viel Spaß dabei dem Anime zu zuschauen. Das lag nicht nur an bestimmte Charaktere oder auch an teilweise wirklich witzige Stellen, sondern auch daran das Demon Slayer richtig gut ausschaut. Die Animationen machen Spaß anzuschauen, allgemein die ganze Atmosphäre und das visuelle im Ganzen ist hier schon immer super schön gewesen.

Der Film braucht sich hier auf keinen Fall verstecken. Ich finde sogar das der Film noch mal eine Portion drauflegt. Wir haben bereits eine große Schüssel mit viel Sahne bekommen und nun kam noch die Kirsche dazu. Dies sieht man schon direkt zu Beginn des Films.

Allein was die Charaktere für eine Wirkung haben, aber auch die Farben an sich pushen die Atmosphäre so unfassbar nach vorne, dass Zuschauer:innen es nur schwer haben weggucken zu können. Hinzukommt die tolle Sound-Kulisse, die ebenfalls zum Gesamtbild beiträgt. Ohne Witz, der Soundtrack ist wirklich gut.

Von den Animationen brauchen wir eigentlich gar nicht reden. Diese sind – wie immer, richtig gut. Ich finde Animationen tragen schon sehr viel dazu bei, dass ein Anime Spaß macht. Bei Demon Slayer wird das ja gerne als Argument genutzt, wieso der Anime so beliebt ist. Ja, ich stimme da gerne zu, dass Animationen einen gewissen Teil dazu beitragen das Fans sich diesen Anime gerne angucken. Mag allerdings diese Verallgemeinerung überhaupt nicht das Demon Slayer sonst keine Qualitäten hätte. Ich persönlich liebe die Geschichte dahinter, die Charaktere und deren Zusammenhalt. Und ja, natürlich hat Demon Slayer keine krass deepe Geschichte, die dich Jahrelang nicht mehr loslassen wird.

Jedoch sollte man sich die Frage stellen, muss ein Anime eine tiefgründige Story haben – die einen nicht mehr loslässt, um erfolgreich bzw. ein guter Anime zu sein?

Mein Schlusswort

Als Fan ist man natürlich immer etwas befangen. Da driftet die Objektive-Betrachtung immer ein wenig ab. Das gebe ich auch gerne zu. Ich bin auch niemand der sich Anime anguckt und dann nach Fehlern sucht. Ich selber schaue Anime, lese Manga, Bücher oder zocke Videospiele um eine geile Zeit zu haben. In erster Linie muss mich etwas gut unterhalten, letztendlich ist Anime ein Unterhaltungsmedium, welches genau dafür da ist. Ich bin also niemand der eine Wissenschaft aus etwas macht. Wenn mir eine Serie spaß macht, ich mich unterhalten fühle, dann ist es für mich persönlich perfekt. Klar, perfekte Werke gibt es nicht, aber darum geht es letztendlich auch nicht. Selbst ein 10/10 Anime, ist kein perfekter Anime. Wenn man sucht, findet man immer etwas, was einem nicht gefällt.

Dies wollte ich nur einmal eben loswerden um aufzuzeigen, wie ich an einen Anime rangehe. Ich habe selbstverständlich kein Problem damit Sachen zu kritisieren, auch ich mag nicht jeden Anime.

Demon Slayer: Infinity Castle ist auf jeden Fall ein Anime-Film der mich sehr gut unterhalten konnte. Er hat eine angenehme Dauer, wird nicht zu sehr in die länge gestreckt, was allerdings zugleich auch ein großer Schwachpunkt ist. Einige Kämpfe waren etwas zu kurz, während Tanjiro und Giyu gegen Akaza einen relativ langen Kampf spendiert bekommen haben. Hier hat man stark gemerkt dass das eben der Kampf von dem Film war, welcher auch im Mittelpunkt stand. Ich glaube viele Fans haben auf diese Begegnung zwischen Tanjiro und Akaza voller Spannung gewartet. Das stand ja seitdem ersten Aufeinandertreffen fest dass das irgendwann genau dazu kommen wird.
Zu den kürzeren Kämpfen muss natürlich auch gesagt werden das im Manga diese ebenfalls nicht viel länger sind. Grundsätzlich finde ich aber dass das Studio sich sehr gut an die Vorlage gehalten hat und visuell kommt alles noch mal viel geiler rüber, als im Manga.

Mein größter Kritikpunkt bleibt einfach der, dass das Finale in drei Filmen aufgeteilt wird. Auch wenn ich sehr viel Spaß mit dem ersten Film hatte, sehe ich das weiterhin sehr kritisch. Ich verstehe schon, wieso dieser Schritt gegangen wird. Visuell ist es einfach richtig geil geworden und es lässt sich halt auch viel mehr Geld damit machen. Letzteres ist jetzt nichts, was man irgendwem vorwerfen kann. Die Produktion kostet einiges und das will man so gut es geht wieder einnehmen und am besten noch darüberhinaus.

Dennoch, ich hätte lieber eine letzte Staffel gehabt, die vielleicht in zwei Parts unterteilt worden wäre. Ich bin mir sicher das wir mit den letzten beiden Filme auch noch mal richtig gute Filme bekommen werden, jedoch ist die Wartezeit einfach etwas, was mich unfassbar stört. September 2025 kam der erste Film in den Kinos. Ende Juli 2026 erschien dieser erst im Crunchyroll Katalog. Vermutlich wird Mitte nächsten Jahres der zweite Teil erscheinen, 2028 dann bei Crunchyroll zum Streamen zur Verfügung stehen und 2029 erscheint vielleicht der dritte Teil, welcher dann erst 2030 bei Crunchyroll erscheinen wird. Das sind noch ganze vier Jahre, bis wir das Ende sehen werden, zumindest dann wenn eben keine Lust vorhanden ist, ins Kino zu gehen. Bei mir wird das genau der Fall sein. Das finde ich einfach schade.

Dennoch bekommen Fans von Demon Slayer mit Infinity Castle einen super Film, den man gut vor dem Fernseher genießen kann. Für Anime Fans wird es dennoch eine lange Reise, bis das Ende in Sicht ist. Manga Fans kennen das Ende ja bereits und ich bin weiterhin gespannt, wie das Ende im Anime visuell aussehen wird.

abnehmender Mond · entstanden am 2. August 2026